Moin, moin

Kurti, Monday, 11. November 2019, 20:52 (vor 26 Tagen)

Nach dem Turnier in Schweinfurt fuhr die U14W auf ein Vorbereitungs-Wochenende zum prominenten Großklub HTHC nach Hamburg. Wie viele wissen, ein Verein mit sehr viel Österreich-Bezug. In Schweinfurt konnte man ja das Turnier gewinnen, die Gegnerinnen waren aber nicht aus der Top-Klasse in Deutschland. Mit fast gleichem Team, statt Nina und Larissa P. waren in Hamburg Fe und Liv dabei, also insgesamt ebenfalls nur acht Mädels stemmte man sich in vier Matches gegen niemand geringeren, als den deutschen Meister aus dem U14W-Bereich. Was das bedeutet können ein paar Zahlen belegen: In Hamburg gibt es 32 Hockey-Vereine, gegen die muss man sich durchsetzen um Hamburger Meister zu werden, danach gegen die Meister aus den anderen Bundesländern u.a. Berlin mit 36 Hockey-Vereinen. Wenn man sich hier wiederum durchgesetzt hat, geht es noch gegen West-, Ost- und Süddeutsche Meister und erst wenn man auch dort gewinnt ist man deutscher Meister. Alleine HTHC hat vier U14W-Teams im Bewerb und 46 Spielerinnen in dieser Altersgruppe, selbstverständlich ohne „Raufspieler“ aus der U12W. Das steckt ein wenig ab, wer hier gegen wen spielt und wie die Größenverhältnisse so aussehen.

Donnertags abends ging es wie gewohnt mit dem Nachtzug los, Ankunft, Einchecken, Umziehen und zum ersten Training in die HTHC-Halle mit Tomek. Die heimischen Mädels sind ja noch in der Schule, daher haben wir die Halle für uns allein. Ex-Nationalteamtrainer Tomek hatte diese Altersgruppe in sehr jungen Jahren trainiert und dabei sehr viel Grundlagen für das jetzige starke Team gelegt. Die Wiedersehensfreude war groß, aber wer Tomek kennt weiß: viel Zeit war nicht für die Begrüßung, es ging gleich los. Laufintensive Aufwärmübungen, technische Einheiten, Torabschlüsse, viel Tempo, alles mit dabei. Nach der meist eher kurzen Nacht im Zug waren die Mädels mittags schon ein wenig müde.

Das kommende Freizeitprogramm rettete uns. Erst Essen im Klub, dann Abfahrt Richtung Hafen zum riesigen Schiff „Cap San Diego“. Dort haben wir zwei Escape-Rooms gebucht, Titel „Der goldene Schädel“ bzw. „Das verbotene Spiel“. Runter in den Schiffsbauch, erst einmal die gut versteckte Türe finden und aufbekommen. Hürde überwunden und dann geht’s los, alle Mädels sehr aufgeregt. Nach ca 70 Minuten gruseligem Erlebnissen und vielen Rätseln, Aufgaben und Hindernissen in unterschiedlichsten Räumen haben es beide Gruppen geschafft, auch wieder raus zu kommen. Manche fanden das so cool, dass sie gleich nochmal einen Durchgang spielen wollten. Betreuer und Eltern kämpften in der Zwischenzeit mit dem sehr schrulligen Kellner in der Schiffskombüse. Karin spendiert noch eine Runde Waffeln und Getränke für alle Spielerinnen im Lokal am Hafen bevor es wieder ernst wird. Viele Bilder vom beleuchteten imposanten Hafen werden noch gemacht.

Wieder zurück in die Halle und Aufwärmen für das erste Testmatch gegen HTHC. Wir lernen den Trainer kennen, einige Mädels kennen wir schon von früher, nur alle so groß geworden. HTHC stellt eine gemischte A/B-Mannschaft mit 2 Blöcken, unsere acht sahen dagegen ein wenig klein und verloren aus. Wir gehen durch eine Lotti-Ecke in Führung, doch rasch der Ausgleich und noch ein Gegentreffer. Liv gleicht aus, aber kurz vor Ende kassieren wir schon ziemlich müde noch eine Ecke, damit 2:3 Endstand. Ganz gutes Match, allerdings auch noch Luft nach oben. Ab mit der U-Bahn ins Hotel, Duschen und versuchen genug Schlaf zu bekommen.

Samstag wurde es richtig ernst. Nach Frühstück im Hotel zur Halle und dort wartet diesmal die komplette A-Truppe des deutschen Meisters in diesem Bereich. Da kamen noch ein paar größere dazu, in Österreich rein optisch nicht von einer DA-Mannschaft zu unterscheiden. Coach Marta wurde begrüßt, eine ehemalige Postlerin. Wir waren nicht so recht munter und Marta kannte unsere Mädels noch nicht so richtig. Die heimischen Mädels spielten groß auf. Taktisch extrem variabel, da wurde ständig zwischen 2er und 3er Aufbau gewechselt, ständig Positionen rotiert und das mit zwei kompletten Blöcken. Wir kamen kaum zum Atmen, stand nach 20 Minuten 0:7. Aber nach aufmunternden Worten und wecken des Ehrgeizes gingen wir gleich anders in die nächste Hälfte. Das Match endete 10:3, d.h. wir konnten im zweiten Spielabschnitt viel besser dagegen halten und spielten da 3:3, sehr beachtlich und spricht auch für den Kampfgeist der Mädels, Tore 2x Fe und Liv. Zum Essen ging es zusammen mit den HTHC-Mädels in eine nahegelegene L’Osteria. Rasch zurück in die Halle und gemeinsames Training. Das Aufwärmen, Einlaufen/Dehnen war schon sehr imposant, unsere Mädels kannten 8 von 10 Übungen nicht. Dann super Training, enormes Tempo und Kraft bei Pässen etc. Langsam passen wir uns aber an, saugen das vorgezeigte auf und machen immer besser mit. Technisch können wir generell sehr gut mithalten aber im athletischen Bereich, bzw. beim Spiel im taktischen Bereich sind große Unterschiede zu erkennen.

Moin, moin

Kurti, Monday, 11. November 2019, 20:54 (vor 26 Tagen) @ Kurti

Vor dem Abendspiel kurz in die Stadt, shoppen und ins Hotel und wieder zurück. Die HTHC-Mädels kommen mit einem weiteren Block, sie meinten die sind großteils auch noch A. Die waren natürlich komplett ausgeruht, während wir schon ein wenig am Zahnfleisch daher kamen nach dem anstrengenden Tag. Wir stemmten uns ganz gut dagegen, weil wir uns langsam auch an das hohe Tempo gewöhnt haben. Die neuen, ausgeruhten Mädels machen aber viel Druck, uns passieren einzelne Fehler oder Unkonzentriertheiten vor allem wegen der Müdigkeit. Endergebnis 1:7 bei einem Stella-Tor. Wir haben insgesamt 3x20 Minuten gespielt, unsere Mädels haben sich heute alle die Tapferkeitsmedaille verdient. Duschen, ab ins Klubhaus und Abendessen. Sonja spendiert dann eine Runde Cocktails zum Abschluss (natürlich Anti-Alk) für unsere Mädels und die haben so viel Spaß, dass wir noch eine Weile sitzen bleiben bevor es wieder mit der U-Bahn durch die dunkle und kalte Hamburger Nacht ins Hotel ging.

Der letzte Tag folgte, Mädels schon 10 Minuten vor dem Treffpunkt beim Frühstück, bereits alles gepackt und bereit zum Auschecken. Herrlicher Sonnenschein aber saukalt, am Platz angekommen alles unter Raureif, sehr stimmungsvoll. Wieder kommt die komplette A-Truppe von HTHC. Marta als Coach stellt die Mädels aber gut ein und dann geschah ein mittelmäßiges Wunder. Nicht wir waren nach den anstrengenden zwei Tagen fix und fertig, sondern die Hamburgerinnen. Man traute seinen Augen nicht, wir spielten unglaublich toll, Führung durch Fe, gleich nochmal Fe und Lotti aus einer Ecke, der deutsche Meister wie erstarrt, so ging es in die erste Pause. Heimtrainer Lucas faltete die Mannschaft so richtig zusammen, da gab es sehr strenge Worte. Wenn man in Österreich irgendwo mit einer Mädels-Mannschaft so spricht, hören 50% der Mädels mit dem Hockey auf. In Deutschland ist das aber anders, derartig gescholten legten sie dann los mit Power-Hockey. 1:3, Anschlusstreffer, Ausgleich und Führung für HTHC, aber wir gleichen wieder aus, weil wir immer noch sehr gutes Hockey spielten, Fe traf abermals, damit 4:4 nach 2x20 Minuten. 18 Minuten hatten wir die Halle noch und da spielten wir natürlich noch die dritte Halbzeit und damit ist nicht die Post-übliche gemeint :-) Weiterhin hielten wir das Match ziemlich offen, doch letztlich setzt sich HTHC 6:4 durch. Trotzdem die beste Vorstellung von uns, wir haben uns ans Tempo und die Spielweise gewohnt, die Mädels lernen einfach rasch und setzten dies auch um.

Diese U14W kann aber noch mehr. Es waren ja bei weitem nicht alle in Hamburg, sondern weniger als die Hälfte der U14W. Gleich sechs 2005er-Mädels an der Altersgrenze sind aus unterschiedlichen Gründen in Wien geblieben, zusammen mit den 2006ern insgesamt neun nicht in Hamburg. Trotzdem halten die dort gegen das beste deutsche Team dieser Altersklasse halbwegs mit. Von den Daheimgebliebenen war eine verletzt und drei 2005er spielten so nebenbei bei den Bundesliga-Damen bei einem internationalen Turnier gegen Australien, Thailand und Slowakei mit und helfen den Damen aus. Diese Gesamtperformance spricht sehr für Euch ist unglaublich und wahrscheinlich einzigartig bei einer U14W aus Österreich.

In Hamburg gab es noch ein Abschlusstraining mit Marta und Lisa Steyrer, ebenfalls eine Ex-Postlerin und ebenfalls eine Teamspielerin.Ein abwechslungsreiches Training, bei dem nicht mehr die Athletik im Vordergrund stand, sondern Technik, Spielform und Spaß. Unsere Mädels waren noch einmal begeistert und schlossen die sportlichen Aktivitäten mit einer 7m- und anschließender Penalty-Challenge ab. Sie wollten gar nicht aufhören, wurden aber doch noch von den C-Herren von HTHC aus der Halle verdrängt.

Verdiente Nachspeise in der L’Osteria, Rückfahrt in die Stadt, Hockeysachen im Hotel abgeben und noch einmal alle Speicher auffüllen beim Abendessen im typisch norddeutschen Lokal. Currywurst, Frikadellen, Labskaus und Matjes waren dann doch nicht am Speiseplan, es wurde meist Wr. Schnitzel und Cheeseburger :-) Ab zum Bahnhof, warten auf den Zug, Liegeabteil beziehen und zurück Richtung Heimat.

Trotz aller Widrigkeiten mit Ausfällen, versäumten Schultagen etc ein sportlich und gesellschaftlich super Wochenende mit wirklich tollen Mädels. Vielen Dank an alle!

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